Tagebuch von Berit Nayr

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Ausbildungsland Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland
Geburtsdatum unbekannt
Ausbildung
Schüler/in
Soziale Netzwerke & Rss

Berit Nayr, am 03.07.2019 um 01:09

Angekommen

Wie es mir in Schottland geht

Nun sind wir fast eine Woche hier in Skibo Castle. Auch nach diesen paar Tagen fühlt es sich für mich schon recht gewohnt an. Bis jetzt hatten wir riesen Glück mit dem Wetter, es regnete erst zweimal und deshalb konnten wir viel Zeit draußen verbringen.

Wir hatten nun „schon“ zwei Dienste, beide ab 16 Uhr, wodurch wir beim Dinner dabei sind. Wow, das ist etwas eine Klasse für sich! Allgemein ist alles sehr genau, vom Silberbesteck das parallel liegen muss über die Tischdecken, die am Tisch nochmals gebügelt werden bis hin zu den personalisierten Menükarten und den mit Namen eingravierten Serviettenringen. Was mich auch sehr (positiv!) überraschte ist das nette Betriebsklima hier! Ich finde es wirklich toll, dass auch in einem so großem Betrieb alle so hilfsbereit und freundlich sind! Auch wenn es beim Arbeiten etwas stressiger wird, sind trotzdem alle sehr nett zueinander. Aber irgendwo auch verständlich, denn die Gäste spüren ja auch, wenn man sich untereinander herumzickt und das ist etwas, das hier nicht geht. Mit uns sind sie besonders geduldig und erklären uns alles genau.

Aber diese Positivität kommt von ganz oben: Da wir im Schloss wohnen, sehen wir auch außerhalb vom Dienst immer wieder Leute mit Führungspositionen. Diese “Wichtigen“ sind immer total nett und wechseln im Vorbeigehen ein paar ehrlich interessierte Worte mit uns. Was in diesem Zusammenhang noch erwähnenswert ist: Die sehr strickten Anti-Harassement Regeln, laut denen keine Art von Diskriminierung oder Mobbing geduldet wird. Es wird darin auch erklärt, mit welchen Schritten man sich wie an wen wenden soll, falls man betroffen wäre.

Auch im F&B Bereich gibt es viele Regeln und Pläne, was den Vorteil hat, dass es auch einen Plan B gibt, falls man improvisieren muss.

Am Samstag wurde ich übrigens ganz besonders geweckt: Vom Dudelsack-Spieler! Um 8 Uhr morgens ging er spielend um das Schloss. Ich vermute, dass das damit zu tun hat, dass jeden Samstag „Scotish Night“ ist, wo getanzt wird und die Gäste ihre Kilts auspacken. Das Haggis-Ritual war für mich ein kleiner Kulturschock und erst nach etwas Googlen verstand ich wirklich, was es mit Gericht und Gedicht auf sich hat.

Also, ja: Ich habe mich jetzt schon etwas eingelebt und auch wenn ich am Abend immer sehr müde bin, gefällt es mir super! Und die late-night Unterhaltungen (also 25% Reden, 75% Lachen) mit Clara um 2 Uhr sind ja sowieso nicht zu toppen.

Ein müdes Foto - aber das ist unsere Arbeitsuniform:-)