Story von Berit Neumayr

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Zielland Frankreich
Geburtsdatum 26.09.2000
Kategorie
Hochschulbildung
Soziale Netzwerke

Berit Neumayr, am 11.10.2023 um 09:32

Le temps (n')est (pas) bon

Von unglücklichem Wetter, wunderbaren Besuchen und einem besonders glücklichem Zufall

Link zum Instagram-Video: https://www.instagram.com/reel/Cyi1oR6LpHiw-xOruuA3Ey7qjDr4QJ2G4vNDuo0/?igshid=MzRlODBiNWFlZA==

Lied der Woche: "Le temps est bon" (Bon Entendeur, Isabelle Pierre)

Wir sind schon in Erasmus-Wochen 7 und 8 angekommen - Anfang März stellte sich für mich langsam ein Gefühl der Normalität ein. Ich fand in meinen Uni-Alltag und mit den anderen Erasmus-Mädels hatten wir schon einige Routinen, wann wir unsere Nachmittage oder Abende gemeinsam verbrachten. Weniger alltäglich ein Ereignis, das die verschiedenen Alltage der Erasmus-Studis zeigte: Es schneite in Aix! Während viele, die zuhause nie oder nur sehr selten Schnee haben, sich freuten und uns unsere Profs erzählten, wie viel Glück wir doch hätten, hier zu sein, wenn es ausnahmsweise mal in Aix schneite, fand ich das Wetter eher uncool: Es war eiskalt (nicht das, was ich für März in der Provence erwartet hatte), die Fenster in meinem Zimmer und in der Uni zogen und ich spürte schon, dass ich mich wieder verkühlen würde...

Aber zum Glück besserte sich das Wetter (und auch meine Laune) nach einem Tag und ich bekam auch erstmals Heimat-Besuch von einer Freundin, die mit immunstärkenden Must-Haves aus Österreich anreiste. Durch das Herzeigen meiner Lieblingsplätze in Aix und in Marseille spürte ich, wie gut und zuhause ich mich nach noch nicht mal zwei Monaten in Südfrankreich schon fühlte! Natürlich verging dieses gemeinsame Wochenende wie im Flug und ich genoss es sehr - aber gleichzeitig wurde ich auch total aus der Erasmus-Bubble, wie wir die Gruppe an internationalen Studierenden, wo man immer einem bekannten Gesicht über die Wege rennt,  liebevoll nannten, gerissen. Es war ungewohnt, für einige Zeit mit Menschen aus dem Zuhause-Leben im Erasmus-Ort zu verbringen - aber ungewohnt im angenehmsten Sinne überhaupt!

Am nächsten Wochenende ergab sich einer der besten Zufälle meines Auslandssemesters: Eine Studentin aus Brasilien fragte in einer großen WhatsApp Gruppe, ob jemand mit auf den Ausflug von "FEU" nach Roussillon, zu den Ocker-Felsen, fahren wolle - Maria und ich sagten sofort zu. Erst später wurden wir aufgeklärt, dass "FEU" das "Foyer Evangélique Universitaire" ist, wobei die eigene Religion gar keine Rolle spielte. Durch das Programm "French Connexion", das FEU für internationale Studierende in Aix anbot, wollten sie uns die Region und auch die Kultur näherbringen und wir verbrachten einen wunderbaren Tag mit tollen Menschen und sprachen sehr viel Französisch. Bei diesem Ausflug lernte ich auch Rosa kennen, eine Französin, mit der ich mich gleich gut verstand. Rosa war gerade dabei, Deutsch zu lernen und so bildeten eine Art Tandem, um auf beiden Sprachen miteinander zu reden - was gut funktionierte bis wir so gut befreundet waren, dass wir eigentlich lieber auf englisch "echt" quatschten...
Dieser Ausflug war jedoch für uns ein totales Highlight: In Kleingruppen in verschiedene Autos aufgeteilt besuchten wir zuerst die Felsen von Rousillion und anschließend die idyllische Stadt Gordes. Das war auch das erste Mal, dass ich (im Auto sitzend) das normale französische Radio verstand! Wir blieben FEU natürlich verbunden und verbrachten wir ab diesem Ausflug wenn immer möglich unsere Mittwoch-Abende bei den French-Connexion-Dinners, wo wir bei einem gemeinsamen Abendessen auf Französisch plauderten.


Mit FEU bei Roussillion