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Lied der Woche: "Elle ne t'aime pas" (La Femme)
Nach Schwierigkeiten, die Rezeption zu finden und darauf folgenden Schwierigkeiten, mich zu verständigen (eine erste Erkenntnis: In Frankreich ist Französisch zu sprechen wirklich wichtig!) schleppte ich meine wahrscheinlich 30 kg Gepäck zur Unterkunft. Mein Zimmer in Pavillon 7 – nordseitig und am Ende des Ganges – von „Les Gazelles“ war bald gefunden, aber mehr als ein schnelles Mittagessen mit Couscous noch von Zuhause (Tipp #1: Genug Essen fürs Anreisen und Einziehen mitnehmen) und eine erste Desinfektionsrunde (Tipp #2: Desinfektions-Putztücher ganz oben ins Gepäck) ging sich nicht aus, denn auf Instagram hatte ich gesehen, dass das Erasmus Students Network (ESN) Aix eine Stadttour organisierte (Tipp #3: ESN und anderen Organisationen für internationale Studis auf Social Media folgen – gerade am Anfang!). Also machte ich mich mit schon müden Füßen und Google Maps auf den Weg zu „La Rotonde“, dem großen Brunnen-Kreisverkehr von Aix, wo wir uns treffen würden.
Es folgte eine Art Erasmus-Speed Dating, ich sprach mit unzähligen Leuten (What’s your name? Where are you from? What are you studying?) , merkte mir nur wenige Namen, Heimatländer oder Studienfächer. Glücklicherweise tauschte aber trotzdem mit einigen sympathischen Leuten schon Nummern aus und ging mit einer Runde Leute gleich auch noch zu Abend essen (nicht ganz französisch: Pasta…). Fast alle davon sah ich danach nie wieder, nett war es trotzdem...
An diesem gelungenen erster Tag, bekam ich erste Eindrücke von Aix‘ wunderschöner Altstadt und der Abend wurde abgerundet durch das Kennenlernen von Maria. Sie studiert auf der gleichen Heimatuni wie ich und wir hatten die Erasmus-Bewerbungen gemeinsam, uns aber noch nie getroffen. Eigentlich (so kamen wir später drauf) hatten wir beide nicht vorgehabt, mit der anderen Deutschsprachigen zu viel zu tun. Aber an diesem Abend begann mit unserem ersten Treffen vorm Supermarkt „Monoprix“ eine wunderschöne Freundschaft.
So ging ich auch zu den nächsten ESN-Events mit Maria und wir lernten (unabhängig voneinander) Austauschstudis aus der ganzen Welt kennen: Finnland, Brasilien, Italien, Großbritannien, Norwegen, und, und, und. Bald standen schon erste Ausflüge an:
Wir wagten uns gleich zweimal nach Marseille und waren froh um unsere Daunenjacken – der typische Mistral-Wind (ähnlich unserem Tiroler Fön) begrüßte uns stürmisch. Außerdem wanderten wir mit den Politik-Studis nach Bibemus (siehe Foto), wo wir den Hauptberg der Region, Mont Saint Victoire, in voller Pracht bestaunten. Der Maler Cézanne, ein geborener Aixoise, war sehr inspiriert von dieser Gegend und malte hier.
Ansonsten mussten wir in der ersten Woche unsere „inscriptions pédagogiques“ absolvieren – uns also zu unseren Lehrveranstaltungen anmelden. Dafür dient grundsätzlich das schon Monate zuvor ausgefüllte Online Learning Agreement, jedoch kann es passieren, dass sich Kurse überschneiden oder in diesem Semester nicht angeboten werden. Also neue Kurse suchen, mit Studienkoordinator und Tutorin abklären und persönlich auf Französisch dazu anmelden – aber alles ging gut und so begann auch die erste Woche voller Kurse. Leider ging für mich damit einher die erste Erkrankung an der "Erasmus Flu", wie wir die Krankheit beschrieben, die uns alle nacheinander mehr oder weniger stark traf. Und sich meine neuen Freundinnen mit Distanz um mich kümmerten, tröstete ich mich mit der Serie "Friends" bis ich wieder fit und unternehmungsfreudig war.