Tagebuch von Carolin Oberleiter

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Ausbildungsland Niederländische Antillen
Geburtsdatum 09.07.1999
Ausbildung
Studierende/r
Soziale Netzwerke & Rss

Carolin Oberleiter, am 09.11.2020 um 18:47

Dorfleben, Stadtleben, Inselleben

Part 1

Ich war schon immer Sommerkind durch und durch. Und in meinem tiefsten Inneren wusste ich schon als das Gastland feststand, dass diese Reise, diese Erfahrung gut für mich sein würde. Dass Aruba es überhaupt in meine Prioritätenliste geschafft hat, war einer Reihe von Zufällen geschuldet, die ich hier gar nicht alle auflisten kann. Vielleicht war es auch Schicksal. Sogar den Reisepass hatte ich erst im Frühjahr 2020 „zur Sicherheit“ beantragt. In meiner Familie bin ich auch bisher die einzige, die einen besitzt, ein Urlaubsziel in der Karibik war in meiner Kindheit nie Thema, nicht zuletzt, weil meine Eltern kein Englisch sprechen. Auch sonst komme ich aus recht einfachen Verhältnissen. Wir leben in einem Haus am Land, mit einem lieben Kater und einem schönen Garten. Ja, ich liebte das Meer und unsere Eltern haben meiner jüngeren Schwester und mir in dieser Hinsicht ebenfalls viel ermöglicht, sodass wir innerhalb Europas auch schon viele Orte gemeinsam bereisen konnten. Aber die Karibik hat mir nie gefehlt. Im Gegenteil: Ich hätte mir kein schöneres Aufwachsen, keine bessere Familie wünschen können. Wenn man bedenkt, dass jeder in sein Leben „hineingeboren“ wird, so könnte man mich durchaus als echten Glückspilz bezeichnen. Meine Eltern waren die besten Vorbilder, die ein Kind je haben kann und sind es immer noch. Sie haben es geschafft, mir die wichtigsten Werte zu vermitteln und mir gezeigt, dass man so Vieles erreichen kann, wenn man stets sein Bestes gibt und auch in schwierigen Zeiten zusammenhält.

Und tatsächlich: Vor der Pandemie gab es wirklich nahezu keine Grenzen, wenn man im Ausland studieren oder arbeiten wollte. Ihr müsst wissen: Wenn Ihr Euch für Aruba entscheidet, dann werdet Ihr durch Erasmus+ finanziell unterstützt. Die Insel gehört nämlich zu den Niederlanden. Ich finde es wichtig, das zu erwähnen, gerade weil immer noch nicht jeder Mensch dieselben Chancen auf Bildung hat. Damit will ich nicht sagen, dass Erasmus alle Kosten abdeckt und ja, die Flüge, die Lebenshaltungskosten und die Mieten auf Aruba sind keine Kleinigkeit. Ich will damit nur sagen: Es ist kein Zahlplatz, wie ich zu Anfang vermutete und es ist vor allem gut investiertes Geld. Es ist durchaus möglich, dort sein Auslandssemester zu absolvieren, auch wenn man, so wie ich, aus keiner wohlhabenden Familie kommt. Was natürlich auch nicht auf der Strecke bleiben darf sind meiner Meinung nach das Durchhaltevermögen und die erbrachten Leistungen während des Studiums. Fleiß lohnt sich immer, auch wenn man auf den ersten Blick nichts davon zu haben scheint, doch ein paar Stunden länger gelernt zu haben und jede Prüfung am ersten Termin zu bestehen. In meinen Augen sind Noten auch nicht mehr als eine Zahl, in erster Linie möchte ich die Sachen für mich lernen und wissen und anwenden können. In meinem Fall haben die Anstrengungen der vergangenen Semester im Nachhinein für die Insel gereicht, das ist doch mal was. Wenngleich ich nicht abstreiten möchte, dass eine Prise Glück schon auch dabei gewesen sein muss. :)