Tagebuch von Carolin Oberleiter

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Ausbildungsland Niederländische Antillen
Geburtsdatum 09.07.1999
Ausbildung
Studierende/r
Soziale Netzwerke & Rss

Carolin Oberleiter, am 09.11.2020 um 18:04

Studieren unter Palmen in Zeiten von Corona

Vorgeschichte und Kontext

Die Zeit während und nach der Matura ist für viele Schülerinnen und Schüler nicht leicht. Leistungsdruck, zu viele Möglichkeiten und die Suche nach dem passenden Studium prägen den Alltag. Auch ich wusste damals nicht mehr weiter. Studieren ja, aber was? Von den meisten Studiengängen, die ich online fand, wusste ich vorher nicht einmal, dass es sie gab. Ich befand mich an einer Weggabelung mit endlos vielen Wegen, zwischen denen ich wählen konnte und fühlte mich mit der Entscheidung so überfordert, als könnte ich nur den einen Weg einschlagen. Als würde diese Entscheidung mein Leben signifikant beeinflussen. Eine Potenzialanalyse verhalf mir schließlich mehr Klarheit über meine Stärken, Schwächen und Kompetenzen und half mir dabei, wenigstens die Richtung zu bestimmen, in die mein Weg führen sollte. 

Um keine Zeit zu verlieren, zog ich 2018, direkt nach der Matura, nach Wien, um an der FH Wien der WKW Kommunikationswirtschaft zu studieren. Bis zu diesem Zeitpunkt nannte ich ein Dorf in Südtirol mit etwas mehr als 100 Einwohnern meine kleine Welt. In unmittelbarer Nähe gab es weder einen vergleichbaren Studiengang, noch eine so praxisorientierte Hochschule, was mir sehr wichtig war. Und obwohl mir der Abschied von meiner Familie, meinen Freunden und von allem Gewohnten nicht leichtfiel, war der Antritt des Vollzeitstudiums mit verpflichtendem Auslandssemester eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

Dass es mir so schwer fiel, das Auslandssemester anzutreten, verstanden viele nicht. Als Italienerin studierte ich doch ohnehin schon im Ausland, was würde es da schon für einen Unterscheid machen. Für mich machte es einen großen. Wie bereits erwähnt, war ein längerer Auslandsaufenthalt im zweiten Studienjahr für meinen Studiengang verpflichtend. Ob ich wollte oder nicht. Ich hatte mich bereits dafür entschieden, als ich mich an der FH zur Aufnahmeprüfung anmeldete. Das vierte Semester schien jedoch immer so unglaublich weit weg, weshalb ich mir einbildete, bis dahin „bereit dafür“ zu sein. Weit gefehlt, aber dazu später mehr. Kurz gesagt: Auf „freiwilliger Basis“ hätte ich wohl niemals ein Auslandssemester gemacht. Und ich wäre nie am anderen Ende der Welt gelandet. Jetzt bin ich umso dankbarer, dass ich diese Möglichkeit hatte und dass ich Euch im Rahmen dieses Erasmus Tagebuchs auf einen Teil meiner Reise mitnehmen kann. Auf eine Reise in die Karibik, auf eine Reise durch den wohl schönsten und längsten Sommer meines Lebens.