Tagebuch von Carolin Oberleiter

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Ausbildungsland Niederländische Antillen
Geburtsdatum 09.07.1999
Ausbildung
Studierende/r
Soziale Netzwerke & Rss

Carolin Oberleiter, am 09.11.2020 um 20:27

Eine Zeit in der ich lernte, flexibler zu sein

Part 7

Auf so eine große Umstellung kann man sich nicht vorbereiten. Nicht auf den psychischen Druck und auf die Angst, die eigene Familie vielleicht ein Jahr lang nicht zu sehen, weil man erst zu Weihnachten wieder nach Hause kann. Man kann nur lernen, mit der Situation umzugehen, wird flexibler und hört auf, nicht mehr jeden Schritt im Voraus zu planen. Vor dieser Reise war ich kein großer Fan von Spontanität. Ich bin der Mensch, der gerne schon am Montag weiß, was er am Wochenende macht und sich die Kleidung für den nächsten Tag am Vortag raussucht. 

Eine Zeit der Reflexion

Während des Auslandssemesters musste ich außerdem nach einem Pflichtpraktikumsplatz suchen, was vom anderen Ende der Welt aus ohnehin schwierig war. Die Covid-Krise hat dies zwar zusätzlich erschwert, sie war für mich jedoch auch eine Zeit der Reflexion. Ich habe mich intensiv damit beschäftigt, was mich glücklich macht, wo ich hinmöchte, habe Strategien, Visionen und Werte einzelner Unternehmen analysiert und jene meines aktuellen Arbeitgebers verinnerlicht. Dies muss im Bewerbungsgespräch auch zum Ausdruck gekommen sein, denn ich konnte mir glücklicherweise mein Wunschpraktikum sichern. Von über 8.000 Kilometern Entfernung aus und ohne den Menschen zuvor begegnet zu sein, für und mit denen ich nun tagtäglich arbeite. 

Jetzt kann ich alles aus gewisser Distanz betrachten. Dies Werte, die mir wichtig waren, spiegelten sich in meiner Suche nach einem Pflichtpraktikumsplatz wider. Ich suchte nach Unternehmen, deren Arbeit mir sinnvoll erschien, Ich wollte dazu beitragen, die Lebensbedingungen von Menschen zu verbessern und bewarb mich bei Unternehmen, die sich genau das zum Ziel setzten. Heute bin ich froh, jeden Tag zur Arbeit gehen zu dürfen, denn sie erfüllt mich voll und ganz.