Am Sonntagabend, dem 16. Aprils, begann die Reise nach Luxemburg. Meine Freundin und ich fuhren zum Bahnhof in Mauerkirchen, wo wir anschließend eine unserer Lehrerinnen trafen, die uns durch die nächsten fünf Tage in Luxemburg begleiteten. Am Bahnhof verabschiedete ich mich für eine Weile von meinen Eltern da fünf Tage schon eine lange Zeit ist. :( Als unser Zug ankam, stiegen wir ein und fuhren zum Salzburger Hauptbahnhof. Im Laufe der Zeit kamen drei meiner Freundinnen und unsere Lehrerin an. Wir holten uns beim Spar noch ein paar Snacks für die nächsten 8 Stunden. Langsam begaben wir uns die Rolltreppen hinauf und schon war unser Zug (der Nightjet) am Gleis. Unsere Kabine war angenehm, sechs Sitze - drei jeweils an einer Seite gegenüber. Wir machten es uns gemütlich und waren bereit durch ganz Deutschland zu fahren. Während der Fahrt unterhielten meine Freundinnen und ich uns über unzählige Themen. Wir unterhielten uns auch mit einer sehr freundlichen Studentin, die ebenfalls in der Kabine war. Langsam wurden wir immer müder und müder und schliefen ein damit wir frisch und energievoll am Bahnhof von Koblenz ankamen. Lange Rede und kurzer Sinn – wir kamen sehr schläfrig an.: ^ Wir hatten Probleme den Zug von Koblenz nach Luxemburg zu erwischen, weil es plötzlich hieß, dass er nicht fährt. Letztendlich kamen wir sicher und heil in Luxemburg an. Daraufhin suchten wir ein öffentliches Verkehrsmittel, mit dem wir zu der Waldorfschule fuhren.
In der Waldorfschule wurden wir freundlich von der Betreuung begrüßt. Anschließend führte sie uns durch den Pausenhof zu einem Gebäude das nur für den Unterricht ab der 9.Klasse (bzw. 5.Klasse) diente. Dort warteten die Jugendlichen aus den anderen Ländern (Tschechien, Moldau und auch Luxemburg) Wir durften noch in Ruhe essen und uns ausruhen, bevor es in die Vorstellungsrunde ging. Dafür gingen wir in den großen Turnsaal. Wir mussten zwei Kreise bilden - der kleinere Kreis musste in dem größeren Kreis sein. Daraufhin musste sich der kleine Kreis rotieren. Für jede Rotation mussten wir mit der Person aus dem großen Kreis gegenüber von uns reden. Dasselbe dann für den großen Kreis. Ich fand diese Aktivität gut, da ich neue Jugendliche kennenlernte. Später durften die anderen Kinder schon zu ihren Gastfamilien und wir zu unserer Wohnung. Unsere Unterkunft bestand aus zwei Wohnungen, eine für unsere zwei Lehrerinnen und eine für uns Kinder. Die Räume waren sehr schön und modern. Am Abend gingen wir zu ein nepalisches Restaurant, dessen Essen sehr köstlich war. Dort probierte ich den besten Mango-Lassi meines Lebens - sehr empfehlenswert! :D. Danach waren wir in einem Supermarkt und kauften das Frühstück für den nächsten Tag. Um ca. 00:00 Uhr gingen wir ins Bett.
Dienstag - der erste richtige Tag, an dem wir zum Arbeiten anfingen. Um ca. 5:30 wachten wir auf und machten uns bereit. die Lehrerinnen kamen zu uns in die Wohnung, um mit uns allen zu frühstücken und den Tagesablauf zu besprechen. Danach nahmen wir einen Bus zur Schule. Auf dem Weg konnte ich die wunderschöne Morgenatmosphäre und Luxemburg genießen. Als wir in der Schule ankamen, wanderten wir zu dem Raum, wo wir am vorherigen Tag die anderen Jugendlichen getroffen hatten, hin. Die Betreuerin begrüßte uns wieder herzlich und fragte, wie es uns ginge. Um 10 Uhr gingen wir zu einem anderen Gebäude. Dort waren zwei Räume für das Werken und für das Schattentheater. Wir setzten uns alle im Theaterraum im Kreis, um unsere Pläne für heute und für die nächsten drei Tage zu besprechen. Für Dienstag gilt: deine ausgewählte Story lesen, kürzen, ändern oder sogar verlängern und ein vollständiges Skript fertig zu stellen. Dann wurden uns alle vier Stories vorgestellt und wir mussten uns für eine Story einteilen. Allerdings mussten bei jeder Story ein oder zwei Kinder aus dem jeweiligen Land sein. Ich teilte mich für Story 2. Aber als ich realisierte, dass keine meiner Freundinnen mit mir in einer Gruppe war, bekam ich Angst. Aber dann dachte ich mir: "Eli, du bist nur einmal hier, du hast nicht genug Zeit um ängstlich und schüchtern zu sein! Genieße es einfach, du kommst auch ohne deine Freunde voran!", und so atmete ich tief ein und aus und nahm mir vor aus den Projekttagen das Beste zu machen. Um 12 Uhr gab es Mittagessen in der Kantine. Es war zwar nicht überragend aber schmeckte :). Danach ging es aber mit Vollgas weiter. Bis 15:00 Uhr sollten wir unsere Skripte fertig haben was in meiner Gruppe trotz sehr viel Arbeit, nicht zeitlich nicht gelang Aber wir hatten trotzdem noch genügend Zeit. Am Nachmittag machten wir eine Stadtführung. Es war großartig Luxemburg zu sehen, die sauberen Parks, die traumhaften Berge und generell die ästhetische Stadt. Die Stadttour endete um 18:00 Uhr und wir fuhren mit dem Bus zurück in die Wohnung. Am Abend waren wir italienisch essen. Ich aß die Pizza "Diavolo". Meiner Meinung nach hatte sie zu viel Käse, aber sie war trotzdem lecker. ^-^. Fix und fertig beendeten wir den Tag.
Mittwoch - Zeichnen und Grillen! Der Morgenablauf war wie am Tag davor. Aufwachen - Frühstücken - in die Schule fahren. Meine Gruppe und ich stellten noch unsere Skripts fertig. Unsere nächste Herausforderung war, die Charaktere der Story zu zeichnen. Wir hatten sehr viel Glück, da eine Schülerin aus Moldau sehr talentiert im Zeichnen war. Sie zeichnete die schönsten Charaktere. Der Stift in ihrer Hand zog jede Linie, jede Kurve und jedes Detail perfekt nach. Und schon so schnell hatten wir das Design unserer Charaktere fertig. Ich zeichnete die Flammen, Bäume und Türme, die in unserer Geschichte vorkamen. Am Abend aßen wir nicht in einem Restaurant - nein, sondern wo besseres. In der Schule, auf dem Pausenhof. Die Sonne ging unter, der Grill war an, die frischen verschiedenen Arten von Salaten standen auf dem Tisch, der Geruch des Grillwürstchens - alles war wunderbar.
Donnerstag - Zeit, Druck und Hoffnung. Die Morgenstimmung war wie immer, angenehm, lebendig und friedlich. Meine Gruppe und ich arbeiteten hart. Figuren ausschneiden, das Schattentheater für Freitag vorbereiten usw. Wir teilten uns die Rollen ein. Sunny - ein Junge der nach seiner verstorbenen Familie sehnte. Parrot: ein imaginärer Vogel der Sunny beim Suchen seiner Familie hilft. Jhonny -der Panther des Golden Kings. Und der Golden King - der Anführer des Waldes von dem Parrot stammte. Ich durfte den Vogel spielen :). Jedoch konnten wir kaum üben. Wir hatten nur eine Leinwand und vier Gruppen mit vier verschiedenen Stories. Meine Gruppe und ich probten trotz nicht verfügbarer Leinwand, weiter. Wir waren zwar nicht ganz fertig, aber wir waren bereit für Freitag eine gute Show zu präsentieren. Am Abend durften meine Freundinnen und ich uns frei durch die Stadt bewegen. Wir entdeckten kleine Geschäfte und besuchten sie auch. Wir sahen sogar live, wie eine Filmszene gefilmt wurde. Danach waren wir Mexikanisch essen. Ich wusste schon immer, dass mexikanisches Essen noch nie so mein Ding war. Aber der Veggie-Burrito? War ausgezeichnet! :0
Freitag- Tag der Aufführung. Meine Freundinnen und ich wachten sehr früh auf, um noch unsere Koffer zu packen, zu frühstücken und uns vorzubereiten. Ein Betreuer der Schule holte uns und unser Gepäck ab. Als wir ankamen, gingen wir sofort mit unseren Skripts in den Werkraum wo schon die anderen Schüler und Schülerinnen sich sammelten. An dem Tag mussten wir vor den Unterstufen und Oberstufen präsentieren. "Group 2, get ready please!", rief die Betreuerin, und schon saßen wir hinter der Leinwand. Die erste Aufführung? Katastrophal. Wir alle haben mitten in der Aufführung unsere Skripts verloren. Unser Ende war nicht geplant. Der Übergang zwischen den Szenen war verzögert. Jedoch bekamen wir am Ende Applaus. Unsere zweite Aufführung? Besser. Natürlich nicht perfekt, aber wir gaben unser Bestes und das zählte am meisten. Vom ersten bis zur letzten Aufführung änderten wir immer etwas Kleines an unserer Story, bis es passte. Und die letzte Aufführung? Gut. Wahrscheinlich die Beste von den anderen Aufführungen aus unserer Gruppe.
Schon langsam fingen wir an uns zu verabschieden, die letzten Fotos miteinander zu machen und die letzten "Bye! Maybe see you next time. " zu sagen. Wir schrieben uns kleine Briefe die wir erst wenn wir zuhause ankommen, öffnen dürfen. Ich hätte nie gedacht, dass die Menschen, die ich erst in dieser Woche kennengelernt hatte, mir so am Herz wuchsen.
Und schon fing die Heimreise an. Diesmal gab es keine Probleme. Während der Fahrt redeten wir sehr viel mit unseren Lehrerinnen. Die Zeit verging schnell. Noch saßen wir im Theaterraum und im nächsten Augenblick saßen wir im Zug zurück nach Österreich. Am Samstag in der Früh kamen wir sicher an und trugen schöne neue Erinnerungen mit uns.
Ich bin sehr dankbar, dass ich an den Projekttagen teilnehmen durfte. Besonders freute ich mich auf die Stadt. Es war zwar eine große Herausforderung aus meiner Komfortzone herrauszutreten, aber es änderte etwas in mir. Ich wurde selbstbewusster, sicherer und meine soziale Angst ist kaum noch zu spüren.
Ich bedanke mich vielmals für diese neue Erfahrung und für diese schöne Reise. ^-^