Tagebuch von Klara Fall

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Ausbildungsland Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland
Geburtsdatum 06.02.1995
Ausbildung
Studierende/r
Soziale Netzwerke & Rss

Klara Fall, am 15.06.2019 um 22:26

Mein erster Unitag

Ich hatte zwar (leider) keine Schultüte, es hat sich allerdings ein bisschen wie mein allererster Schultag angefühlt.

Ich studiere in Linz an der Kunstuniverisität Lehramt für Bildnerische Erziehung und Mediengestaltung – und ich liebe es. Gleichzeitig wollte ich aber auch mich auch ein halbes Jahr auf meine eigene künstlerische Entwicklung konzentrieren. Und da ich mich im letzten Jahr sehr für Illustration interessiert habe, entschied ich mich für die Uni, an der ich das auch machen kann. Und – here we are!

Soll ich euch von meinem ersten Uni-Tag erzählen? Mach ich jetzt einfach!

Oh, ich war ganz furchtbar aufgeregt! Da ich aber bereits eine Woche hier war, wusste ich, wohin und wie ich dorthin komme. Ich hatte aber keine Ahnung, wie viele Leute in meiner Klasse sein würden und wie Uni hier funktioniert, wie man miteinander kommuniziert usw. Zuhause kenne ich jede*n in meiner Uni, mit den meisten Professor*innen bin ich per du, es wird viel kommuniziert und es herrscht ein offener Diskurs zwischen Lehrenden und Lernenden.

Hier war das anders: ich kam in den Lehrveranstaltungsraum, ein großer, weißer Raum mit circa 50 Leuten darin. Alle starten auf ihr Telefon, hatten die Augen geschossen, oder krizzelten in ihren Büchern herum, die Blicke gesenkt. Oh, ich fühlte mich wie in irgendeinem amerikanischen Teenagerfilm. Hallo, ich bin die Neue! Hallooooooo?

Naja egal, zum Glück bin ich relativ selbstbewusst. Ich setzte mich an einen freien Platz, packte meine Sachen aus und wartete bis ein paar Minuten später der Unterricht anfing. Ich versuchte, mich nicht an mein Handy zu klammern, weil das wie digitales Verstecken ist. Und ich wollte mich nicht verstecken. Der Lehrende kam herein, er war sehr nett und bat mich (und die fünf anderen holländischen Austauschstudierenden, die allerdings nur miteinander in holländisch sprachen und auf deren Arroganz ich keine Lust hatte) uns schnell vorzustellen. Was ich dann sagte? Keine Ahnung, es war mein erstes lautes Englisch seit Jahren und da ich aufgeregt war, erinnere ich mich nicht daran. Aber jede*r dürfte mich verstanden haben und mir wurden ein paar Lächler geschenkt, yeah!

Was dann folgte war eine kleine Präsentation des Lehrenden, die Aufgabenstellung für die nächsten sechs Wochen und eine Fragerunde, in der kein*e einzige*r Studiende*r eine Frage stellte. Puh.

Lunchtime verbrachte ich mit ein paar anderen Erasmusstudierenden und einer Gemüsesuppe und einem großem Cappuchino.

Am Nachmittag mussten wir unsere Hausübungen herzeigen (JA! Ein Professor sendete mir zu Weihnachten eine Email mit der Hausaufgabe über die Ferien). Ich war relativ zufrieden mit meiner Arbeit, hatte aber ein bisschen vergessen, dass ich ja jetzt im Studiengang Illustration und nicht Mediengestaltung bin. Aber keine*r sagte etwas negatives, also passt das schon! Ich sammelte ein paar „Hi, how is it going?“ ein, auf das übrigens niemand eine richtige Antwort erwartet, und teilte ein paar Lächler aus und dann war mein erster Unitag auch schon vorbei. Puh, schnell heim, meinen Hunger bekämpfen!