Story von Lenz Leitner

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Lenz Leitner, am 22.10.2026 um 23:14

Hamburg, Hockey und die Erkenntnis: Anders ist ganz normal

So viele Facetten in so kurzer Zeit: Von Taktik bis Inklusion zeigt uns Hamburg, wie vielfältig Hockey ist!

Ein Pass. Ein High Five. Ein gemeinsamer Jubel. Eigentlich normale Momente beim Hockey. Aber in Hamburg habe ich sie plötzlich anders gesehen. 

Weil ich verstanden habe, dass es nicht nur darum geht, wer am besten spielt. 

Sondern darum, dass jeder mitspielen kann.


Ich bin 19 Jahre alt, spiele Hockey beim AHTC und bin Jugendtrainer. Als ich mit Erasmus+ Sport nach Hamburg gefahren bin, wollte ich vor allem eines.

Ein besserer Trainer werden. Ich wollte neue Übungen kennenlernen, andere Trainingsmethoden ausprobieren, in inklusives Hockey hineinschnuppern und Ideen mit nach Hause nehmen, die wir auch beim AHTC umsetzen können.

Ich habe jedoch nicht damit gerechnet, dass sich nach dieser Reise auch mein eigener Blick auf Hockey verändern würde.

Beim Klipper THC durfte ich und meine Freunde beim Jugend- und Herrentraining zuschauen, mithelfen und selbst Verantwortung übernehmen. In Workshops haben wir uns mit Teamdynamik und unterschiedlichen Formen der Kommunikation beschäftigt. Wir haben viel gelernt, ausprobiert und diskutiert. Und ja, es war auch anstrengend: Frühstück um 7.30 Uhr, zurück im Hotel oft erst gegen 23.30 Uhr. Lange Tage, viele Eindrücke und kaum Zeit, alles sofort zu verarbeiten.

Aber manche Erlebnisse bleiben besonders hängen.

Für mich waren das Kurt und Karin. Die beiden Trainer der Goldadler (ein Special Hockey Verein in Hamburg) waren mit so viel Herz, Freude und Offenheit dabei, dass sie einfach alle mitgerissen haben. 

Was mich daran beeindruckt hat: Hier wird nicht versucht, alle in ein bestehendes Trainingskonzept hineinzupressen. Stattdessen bekommt jeder die Möglichkeit, Hockey auf seine Weise und in seinem Tempo zu erleben – ohne dass die Gruppe auseinanderfällt.

Und dabei habe ich mich selbst gefragt: Wie oft denken wir im Sport eigentlich darüber nach, wer gut genug ist, schnell genug lernt oder ins Team passt? 

Und wie oft fragen wir uns, ob unser Training überhaupt für alle offen ist?

Denn wenn jemand nicht mitmachen kann oder sich auf dem Platz nicht wohlfühlt, liegt das nicht automatisch an dieser Person. Vielleicht müssen auch wir als Trainerinnen etwas verändern.

Inklusion bedeutet seit dieser Reise für mich:

Unterschiede ernst zu nehmen, aufeinander einzugehen und jedem die Möglichkeit zu geben, Teil des Teams zu sein.

Ich bin nach Hamburg gefahren, um neue Trainingsideen für den AHTC zu sammeln.
Zurückgekommen bin ich mit einer Frage:
Gestalte ich mein Training nur für die, die ohnehin gut hineinpassen – oder auch für diejenigen, für die es erst passend werden muss?

Ich glaube, genau dort beginnt Inklusion. 

Ein Team entsteht nicht, weil alle gleich sind. Sondern weil jeder dazugehört.
AHTC goese Erasmus+ Hamburg

AHTC goes Erasmus+Sport Hamburg