Ein Traum von mir war es schon immer, mal in einer großen Stadt zu leben. Als ich die Chance bekam, ein Jahr lang in Berlin in einem Jugendclub zu arbeiten und mich kreativ auszutoben, habe ich nicht lange überlegt und dieses Angebot mit viel Freude angenommen.
Ohne davor jemals in Berlin gewesen zu sein, ging es für mich am 1. September 2025 mit dem Zug los. Obwohl das Abenteuer erst Ende September richtig losging (ich war zwischenzeitlich noch im Urlaub), merkte ich schon in den ersten Tagen, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe.
Mein Projekt fand in der offenen Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Oktopus statt. Der Jugendclub befindet sich in einem großen Haus im Berliner Stadtviertel Pankow. Das Haus ist offen für alle Kinder von 8 bis 14 Jahren. Im Haus gibt es unterschiedlichste Angebote. Von kreativen Angeboten wie Töpfern, Malen und Glasperlen drehen bis hin zu Gaming, Karaoke singen und Radio-Hosts sein, können die Kinder alles machen, was ihr Herz begehrt.
In den Ferien haben wir ein spezielles Programm, bei dem man auch Ausflüge macht. In den Herbstferien sind wir beispielsweise zum Wannsee gefahren, zum Drachensteigen. Zum Schulabschluss und für einen tollen Start in die Sommerferien haben wir zweimal eine Sommerbühne organisiert. Dort konnten die Kinder ihr Können in Singen, Zaubertricks, Podcasts-Hosts sein und noch vieles mehr zeigen.
Montags finden immer Kooperationen mit der Schule nebenan statt. Wir haben mehrere Workshops und unterrichten die Schüler*innen über eine sichere Mediennutzung.
Im engagierten Team fühlte ich mich direkt am ersten Tag sehr willkommen. Es gab noch eine weitere Freiwillige aus Berlin, Sophia, und gemeinsam waren wir ein richtig starkes Team. Die Mitarbeitenden unterstützen und ermutigen uns Freiwillige auch dabei, eigene Ideen und Projekte umzusetzen. Sophia und ich haben für die Kinder in der Weihnachtszeit einen Adventskalender gestaltet mit kleinen Tages-Challenges und Preisen. Weiters haben wir jeden Vormittag in der Vorbereitungszeit, bevor das Haus öffnet, ein Buffet für die Kinder vorbereitet. Wir bekamen wöchentlich eine Lieferung von der “Tafel”, die uns Lebensmittel brachte, die in den Supermärkten nicht mehr verkauft werden. Mit diesen Lebensmitteln haben wir gebacken und gekocht, was das Zeug hält, was Sophia, mir und auch den Kindern sehr viel Freude bereitet hat.
Zudem war ich sehr gerne im Kreativraum tätig. Gemeinsam mit den Kindern macht man unterschiedlichste Projekte wie Notizbücher gestalten, Armbänder knüpfen, Bilder malen und noch viel mehr. Den Raum selbst haben wir in dem Jahr auch ein wenig umgestaltet und einen Farbkreis und einen Farbverlauf auf die Wand gemalt.
So viel erstmal zu meinem Projekt und jetzt noch ein wenig über Berlin:
Wie mein Titel schon verraten hat, habe ich in Berlin die unterschiedlichsten Temperaturen miterlebt und so vielseitig die Temperaturen waren, so vielseitig ist Berlin auch. Im Februar lief man mit den Wanderschuhen rum, damit man auf den vereisten Straßen ja nicht ausrutschte und im Sommer war jeder mit seinem Fahrrad unterwegs. Die wilden Partynächte, die frischen riesigen Pain au Chocolat um 5 Uhr morgens, die Fahrradtouren bei schönem Wetter, bei Regen und durch die Nacht, die ersten Sonnenstrahlen nach dem grauen Winter, der Frühling, als Berlin langsam aber sicher aus dem Winterschlaf aufwachte, überall alles blühte, die Leute waren unterwegs, die wunderschönen Seen, als ich 30 Minuten bei -10° Grad durch den Schnee stapfen musste, weil es bei den Öffis einen Streik gab, Besuch von meinen Freunden und Familie, das Bruno Mars Konzert und natürlich ganz viel Döner und noch soooo viel mehr, das alles geht mir durch den Kopf, wenn ich Berlin höre oder wenn ich meine Berlin Playlist anhöre.
Ich kann den Tag, wenn ich das nächste Mal in Berlin bin, kaum erwarten und ich freue mich schon sehr drauf.
Dieser Blog spiegelt nur einen kleinen Teil meines Jahres in Berlin City. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich diese Möglichkeit bekommen habe. Ich habe nicht nur Erinnerungen fürs Leben gewonnen, sondern auch vor allem Freunde und viele neue Weisheiten. Ich habe gelernt zu kochen, ich bin ausgezogen und hatte das Glück, mich in einer 5er-Mädels-WG sehr wohlzufühlen.
Also alles in einem: Dit find ick knorke!