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Tagebuch von Marie-Theres Auer

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Ausbildungsland Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland
Geburtsdatum 18.07.1996
Ausbildung
Studierende/r
Soziale Netzwerke & Rss

Marie-Theres Auer, am 08.11.2018 um 02:46

Armistice und Mohnblumen

Wenn der Tower of London von Fackeln erleuchtet wird

Gleich nahtlos an Guy Fawkes wird in diesem Jahr eine Woche lang den Soldaten und Toten im ersten Weltkrieg gedenkt. Die Feierlichkeiten haben schon am Wochenende begonnen und dauern noch bis zum eigentlichen Armistice Day am 11. November. Im heurigen Jahr werden eine Woche lang täglich 10.000 Fackeln rund um den Tower of London von Veteranen entzündet. Das entfachen der Flammen dauert eine knappe Stunde und wird von Musik begleitet. Die Veteranen, die sogenannten Beefeater, werden an manchen Stellen von Royal Guards unterstützt, die anlässlich der Feierlichkeiten auch ihre alte Wachuniform tragen. 

Während ich den Veteranen zusah, wie sie mit Gehhilfen und immer sich gegenseitig stützend ihren "Auftrag" erfüllen, konnte man richtig erahnen, dass auch sie während dem Entzünden an ihre gefallenen Kameraden denken. Die Atmosphäre rund um den durch Fackeln erleuchteten Tower war magisch und drückend zugleich. Rauchmaschinen rundeten den Anblick ab und hüllten den Tower in einen Nebel, wie von rauchenden Geschützen. Ich kann es nicht anders beschreiben, aber der Anblick der erleuchteten Kerzen und der Anblick Veteranen hat mich mit Ehrfurcht erfüllt. Diese Menschen verdienen so viel mehr Respekt und Unterstützung. Während ich am Tower stand, überhörte ich einige junge Engländer die meinten, dass das alles nur ein Gag für Touristen sei. Dennoch habe ich während meinem Rundgang sehr viele Londoner und auch Veteranen gesehen (manche standen in ihren Uniformen am Zaun) und finde, dass dies eine gute Art ist, die Geschichte weiterzugeben und nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Wenn man momentan durch Londons Straßen läuft, sieht man auch unzählige Londoner mit einer Mohnblume am Revers. Die "poppies" werden überall in der Stadt verkauft, um Spenden für die Armed Forces Community zu sammeln. Veteranen, derzeitige Soldaten und deren Familien werden durch diese Organisation unterstützt. Nachdem die Fackelentzündung solch einen Eindruck bei mir hinterlassen hat, habe auch ich eine gekauft und behalte sie momentan auf meinem Schreibtisch auf. Als Nicht-Engländerin bin ich mir nicht sicher, ob ich sie anstecken soll, aber es war ein gutes Gefühl, eine kleine Spende dafür zu geben.