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Tagebuch von Paulina Hiersch

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Ausbildungsland Frankreich
Geburtsdatum unbekannt
Ausbildung
Studierende/r
Soziale Netzwerke & Rss

Paulina Hiersch, am 18.10.2019 um 16:22

Tücken des Studierens in Frankreich

Franzosen machen immer alles komplizierter als es sein muss. Die Vor- und Nachteile eines Studiums in Paris.

Sprachzertifikat, Motivationsschreiben, Learning Agreement, Passfoto und dann nochmal 1.000 mal dieselben Informationen immer und immer wieder angeben... 

Französische Universitäten lieben Papierkram. Im Ernst. Die Bürokratie in Frankreich ist alles andere als einfach. Auch ein typisches Vorlesungsverzeichnis gibt es nicht. Während man an der Universität Wien ganz leicht auf alles online zugreifen kann, darf man sich in Paris 4 PDF-Dokumente herunterladen und sich seine Kurse einzeln zusammensuchen. Ort und Zeit der Veranstaltungen steht bis dahin aber noch lange nicht fest. Nein, das erfährt man natürlich erst wenige Tage vor Vorlesungsbeginn. (Natürlich wieder in verschiedenen PDFs).

Folglich waren meine ersten Wochen an der Paris Descartes nicht gerade übersichtlich. Für PsychologInnen kommt noch hinzu, dass der Campus bzw. das Institut außerhalb von Paris ist und man als allererstes einmal dahin finden muss. Und wenn Kurse mal ausfallen, dann muss man erstmal den Aushang irgendwo im Institutsgebäude finden. Gut, dass man extra dafür an die Uni gefahren ist. 

Es dauert also einige Zeit, bis man sich an diese Art der Unorganisiertheit gewöhnt hat. Aber dafür es ist eine Unorganisiertheit, die schon fast wieder System hat, da man sich auf zumindest darauf verlassen kann, das alles immer so unnötig kompliziert ist. Mein Tipp: Sich von Anfang an darauf einstellen und ruhig bleiben. Am Ende klärt sich immer alles. 

Zum Glück gibt es auch viele positive Seiten: Mehrere wunderschöne, charmante Campi und Bibliotheken sind in der ganzen Stadt verteilt. Die sind auf jeden Fall einen Besuch wert! Insbesondere die Bibliothek Sainte-Geneviève gleich neben dem Pantheon kann ich empfehlen. Darüber hinaus sind die Mensen günstig, das Essen schmeckt und ist sogar gesund. Und ich habe die Erfahrung gemacht, das französische StudentInnen sehr hilfsbereit und freundlich sind und gerne ihre Notizen teilen. (Auf die man allerdings wiederum angewiesen ist, da viele ProfessorInnen ihre Folien nicht hochladen und auch sonst keine Materialien zur Verfügung stellen... Aber bleiben wir lieber bei den positiven Seiten). 

Das wichtigste: Ich bin sehr zufrieden mit meinen Kursen. Besonders ein Kurs über Psychologie und Management und einer über Emotionspsychologie haben es mir angetan. Beide finde ich äußerst interessant und freue mich jedes Mal darauf dorthin zu gehen. Allein dafür hat sich der Papierkram und der anfängliche Stress doch schon gelohnt. 

Direkt neben dem Pantheon befindet sich die Bibliothek Sainte-Geneviève. Auch die Université Paris Sorbonne und Paris Descartes sind in unmittelbarer Nähe.