Tagebuch von Romana Zeitlhofer

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Ausbildungsland Finnland
Geburtsdatum 26.12.2002
Ausbildung
Schüler/in
Soziale Netzwerke & Rss

Romana Zeitlhofer, am 06.11.2020 um 21:46

Vom Land in die Hauptstadt

Meine Tour durch das alte und neue Helsinki.

Helsinki

Nachdem mein Praktikum im Dezember 2019 feststand, buchte ich gleich anschließend die Flüge. Geplant war ein Familienurlaub mit meinen Eltern nach Absolvierung meines Praktikums. Wir hätten uns in Helsinki getroffen und gemeinsam Finnlands Hauptstadt erkundet. Mit der Fähre wären wir zur circa 90 Kilometer entfernten nächsten Hauptstadt gefahren, Tallinn. Nach diesem Aufenthalt wäre es mit der Nachtfähre nach Schweden in das schöne Stockholm gegangen. Nach elf Tagen Städteurlaub und davor drei Monate Praktikum wäre es für mich schlussendlich mit meinen Eltern zurück in die Heimat gegangen. So sah zumindest der Plan aus.

Doch Corona hatte anderes vor.

Während meines Pflichtpraktikums wurde klar, meine Eltern können mich nicht besuchen. Die Einreise nach Finnland hätte eine 14-tägige Quarantäne für sie bedeutet und den gemeinsamen Urlaub sozusagen nicht möglich gemacht. Sie stornierten ihre Flüge. Also machte ich den Familienurlaub bzw. Städte-Trip alleine.

Bereits bei der Anreise von meinem Praktikumsbetrieb nach Helsinki fiel mir auf, dass, obwohl das Land sehr weitläufig, die Hauptstadt sehr kompakt ist.

Nach Bezug meines Apartments und einem Einkauf holte ich meine bereits reservierte Karte für ein Konzert ab. Nach einem Abendspaziergang im Hafen mit anschließendem Abendessen in einem feinen Restaurant am Meer startete ich meine Touri-Tour. Aufgetischt wurde Rentier mit Kartoffeln und Preiselbeeren.

Am zweiten Tag begann meine Sightseeing-Tour. Davor wurde aber ausgeschlafen und noch ordentlich gefrühstückt. Meine erste Station war am Senatsplatz und dem Weltbekannten weißen Dom mit seinen mintfarbenen Kuppeln. Zu Fuß ging es auf den Markt und in die Markthalle am Meer. Nach einem kulinarischen Rundgang beschloss ich, ein paar Runden mit Helsinkis Riesenrad zu drehen. Die Sonne schien und man hatte einen wunderschönen Ausblick auf die vielen vor Helsinki liegenden Inseln, das Meer, den Hafen und den Markt. Die Stadt hat kaum Hochhäuser und ein höheres Gebäude als den Dom konnte ich nicht erblicken. Nach einem weiteren Kirchenbesuch machte ich mich mit der Straßenbahn auf den Weg Richtung Olympiastadion. Als Leichtathletin musste ich unbedingt das neu renovierte Stadion sehen. Leider verhinderte ein Fußballspiel meinen Besuch. Enttäuscht über diese Situation gönnte ich mir eine richtig große heiße Schokolade mit einer riesen Zimtschnecke. Sonnenstrahlen und das Meeresrauschen versüßten mir meine Nachmittagspause. Obwohl es sich um eine relativ kleine Stadt handelt, waren viele Nationen vertreten und mit ein paar kam ich ins Gespräch.

Am Abend stand dann für mich ein gemeinsames Konzert der Turku Philharmoniker und einer Boyband am Programm.

Sonntag war Museumstag. Nach etlichen Stunden im Kunsthistorischen Museum Atenum und im modernen Kiasma benötigte ich eine Pause. Nach Kaffee und Heidelbeerkuchen spazierte ich zu einem See mitten in Helsinki. Den Sonnenuntergang genoss ich am Hafen auf einer Dachterrasse.

Tag vier bescherte mir ein Bier, doch dazu gleich mehr. Mein Sightseeing-Programm begann mit der berühmten Felsenkirche. Beim zweiten Versuch, das Olympiastadion zu besuchen, konnte ich zumindest vom 77 Meter hohen Turm eine atemberaubende Aussicht über das Stadion und die Stadt genießen. Auch hier war die Sonne meine Begleiterin. Nach einem netten Gespräch mit einer einheimischen Familie ging es für mich erneut in den Hafen. Dieses Mal, um ein paar leckere Kleinigkeiten für zu Hause zu kaufen. Am Nachmittag traf ich mich mit dem finnischen Ehepaar, welches ich im Sommer bei meiner Radtour kennen gelernt habe.

Sie holten mich mit dem Auto ab und wir fuhren in die Vorstadt Espoo. Sie zeigten mir bei einem Spaziergang die Region, wo sie wohnen. Zusätzlich besuchten wir einen Planetengarten und eine Abwehranlage in bzw. auf einem Felshügel. Bei unseren Plaudereien habe ich sehr viel über die beiden und über das Leben in Helsinki erfahren. Gemütlich ließen wir den Abend bei einem vorzüglichen Essen und einem leckeren Bierchen ausklingen.

Wenn ich das nächste Mal nach Finnland oder Helsinki komme, werde ich das Ehepaar auf alle Fälle wieder besuchen.

An meinem letzten Tag machte ich einen Abstecher in die ganz moderne und neue Bibliothek Oodi. Nachdem ich ein paar Postkarten geschrieben hatte, macht ich, wie schon so oft, einen Spaziergang. Gestärkt nach einem Kaffee mit einer schokoladigen Kalorienbombe nahm ich die Fähre auf die Insel Suomenlinna. Die Seefestung beherbergt neben der Festung und den dazugehörigen Gebäuden ein U-Boot und Museen. Ich verbrachte meinen Nachmittag auf der Insel und bestaunte die beeindruckende Festungsanlage. Wie im Reiseführer angekündigt, war der Sonnenuntergang auf Suomenlinna atemberaubend schön. The sky was on fire.

Am Abend wurde gepackt und am nächsten Morgen ging es mit der Fähre nach Tallinn.

Der weiße Dom in Helsinki.