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Tagebuch von Lena Leiter

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Ausbildungsland Belgien
Geburtsdatum 09.08.1993
Ausbildung
Studierende/r
Soziale Netzwerke & Rss

Lena Leiter, am 12.06.2019 um 19:28

Holz(technologie) in Gent

Zugegeben, Belgien ist nicht das erste Land, dass einem in den Sinn kommt, wenn man an Holzwirtschaft denkt, ABER…

UGent-Woodlab


Erst als ich schon ein Weilchen hier in Gent war, habe ich herausgefunden, dass es hier auf meiner Fakultät das Woodlab gibt. Diese Forschungsgruppe ist Teil des Departments für Umwelt, das sich an der Fakultät für Bio-Ingenieurswissenschaften, befindet. Das UGent-Woodlab wird von Prof. Joris Van Acker und Prof. Jan Van den Bulcke geleitet und besteht aus rund 10 Doktoranten, die von zwei Personen im technischen Support unterstützt werden. Das Labor hat seine Forschungsaktivitäten in verschiedenen Forschungsbereichen unter 3 Hauptthemen zusammengefasst:

(1) Holzstruktur: mit Aktivitäten zu Holzbiologie, Holzqualität, Holz- und Baumeigenschaften, Baumringanalyse sowohl für gemäßigte als auch für tropische Regionen.

(2) Lebensdauer: die sich mit biologischer Haltbarkeit, Holzmodifikation, Holzschutz, Beschichtungen und Lebensdauerprognosen befassen.

(3) Forstprodukte: mit einem Bezug zu Verarbeitungs- und Industrieprodukten sowohl als Materialien (Schnittholz, Holzwerkstoffe, Zellstoff und Papier, etc.) als auch als Bioenergie.

Holz-Architektur


Bereits bei meinem aller ersten Spaziergang durch das historische Zentrum von Gent sind mir die alten hölzernen Brücken aufgefallen. Auch in den unzähligen alten Gebäuden wurde Holz als Baustoff verwendet. Wie auch in Österreich sind hier einige Decken und Dachstühle komplett aus Holz und noch heute in einzigartigem zustand.

Bereits zu Beginn meines Aufenthalts, als ich mit ein paar meiner neu gewonnenen Freunde in Stadtsmuseum war, ist meine ungewöhnliche Leidenschaft gleich aufgefallen. Das Museum ist in einem alten Klosterkomplex untergebracht. In einigen der Räumlichkeiten war ich mehr damit beschäftigt mir die hölzernen Decken anzusehen, als über die Geschichte der Stadt zu lernen.

Auch im Belfort, im Rathaus, in Kirchen, im Gravenseen und vielen anderen Gebäuden, die wir seither besucht haben, konnte ich einfach nicht anders, meinen Kopf Richtung Himmel zu lenken.

Meine lieblings Holzkonstruktion ist der Dachstuhl vom „Groot Vleeshuis“ also dem großen Fleischhaus. Dort wurde früher Fleisch gehandelt, heute befindet sich ein Café darin. Allerdings erinnern auch noch Heute die von den Balken hängenden Schinken, an den ursprünglichen Gebrauch der Halle. Auch werden neben dem „Gastgarten“ immer wieder kurzzeitige Ausstellungen von Kunstwerken (vor allem Bilder) aufgebaut.


Tot straks!
Lena

der Dachstuhl vom „Groot Vleeshuis“ mit Schinken