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Tagebuch von Lena Leiter

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Ausbildungsland Belgien
Geburtsdatum 09.08.1993
Ausbildung
Studierende/r
Soziale Netzwerke & Rss

Lena Leiter, am 10.06.2019 um 17:02

Nederlands voor uitwisselingsstudenten

Um nicht immer ganz hilflos auszuschauen, wenn man wie so oft in Flämisch angesprochen wird, habe ich einen Sprachkurs besucht.

Kurz zur Sprachgeschichte


Erstmal zur Aufklärung für jene die es nicht wissen, in Belgien gibt es heute drei Amtssprachen:

•    Niederländisch oder Belgisches Niederländisch (Flämisch)
•    Französisch oder Belgisches Französisch (Wallonisch)
•    Deutsch

Seit der Unabhängigkeit 1830 galt Französisch als Amtssprache in Belgien. 1873 wurde Niederländisch als zweite Amtssprache im Königreich zwar rechtlich anerkannt, doch blieb immer noch Französisch die Verwaltungs- und Unterrichtssprache in ganz Belgien. 1919 kam Deutsch als Amtssprache im neu hinzugewonnenen Gebiet im Osten dazu. Ostbelgien gehörte bis dahin zum Deutschen Kaiserreich und wurde nach dem Versailler Vertrag dem belgischen Staat angeschlossen. Erst danach forderten die Flamen, dass ihre niederländische Muttersprache auch als Verwaltungs- und Unterrichtssprache an Schulen und Universitäten verwendet und der französischen Amtssprache gleichgestellt werden sollte.

1921 erkannte die belgische Regierung die territoriale Einsprachigkeit seiner Bewohner in den drei regionalen Sprachgebieten an: die niederländische Sprachzone in Flandern, die französische Sprachzone in der Wallonie und die neue deutsche Sprachzone in Ostbelgien. In der zweisprachigen Hauptstadt Brüssel sind Französisch und Niederländisch Amtssprachen.  

Dutch for exchange students

oder Nederlands voor uitwisselingsstudenten. In 10 Einheiten wurde uns das Niederländisch nähergebracht. Wir lernten „Standard Niederländisch“ kein Flämisch. Einfach erklärt kann man sagen Flämisch unterscheidet sich von Niederländisch ungefähr in gleicher Weise wie Österreichisch von Deutsch. Die Lektionen waren zu folgenden Themen:


LES 1: BEN JIJ OOK EEN STUDENT IN GENT? Bist du auch Student in Gent?

LES 2: HALLO! HOE GAAT HET? Hallo! Wie geht es dir?

LES 3: WAT DOE JE VANAVOND? Was machst du heute Abend?

LES 4: WAT EET JE GRAAG? Was isst du gerne?

LES 5: WAT VIND JE LEUK? + TUSSENTIJDSE TEST Was gefällt dir? + Zwischentest

LES 6: WAAR IS DAT FEESTJE? Wo ist die Party?

LES 7: SPPORT JE VAAK? Machst du oft Sport?

LES 8: WAT HEB JE IN HET WEEKEND GEDAAN? Was hast du am Wochenende gemacht?

LES  9: WAT HEBBEN WIJ GELEERD? + MONDELINGE TEST Was haben wir gelernt? + mündlicher Test

LES 10: WEET JE HET NOG? + EINDTEST Erinnerst du dich noch? + Endprüfung


Alles in allem kann ich sagen, dass ich sehr froh bin, den Sprachkurs gemacht zu haben. Ich bin auf Grund meiner Legasthenie absolut kein Sprachtalent, aber trotzdem hat es mir unglaublich Spaß gemacht! Und ich muss schon sagen, wenn man Deutsch und Englisch kann, dann ist Niederländisch auch nicht mehr so weit entfernt.

Bierbestellen in Belgien

Während meines Aufenthalts habe ich vor allem Bier Bestellungen auf Dutch gemacht. „Ein Bier bitte“ heißt „een biertje, asjeblieft!“  Viel wichtiger als dieser Satz, ist jedoch die dazugehörige Geste. Wer in Belgien an der Bar den kleinen Finger ausstreckt, bekommt ein kleines Hausbier. Das habe ich noch vor dem Niederländisch Kurs von meinem Buddy gelernt und gleich auf der Welcome Party ausprobiert. Und seither noch einige Male. Vor allem auf Partys oder in lauten Bars ist das oft sehr praktisch. Sollte man nicht nur für sich ein Bier bestellen, zeigt man zuerst die Zahl mit den Fingern und dann das Zeichen für Bier. Man muss nur aufpassen, wenn man also zuerst dem Barkeeper zuwinkt und dann gleich „ein Bier“ bestellt, dann bekommt man gleich fünf, schließlich hat man vorher Fünf gezeigt 😉.

Gerade in Belgien trinkt man jedoch oft nicht nur das „normale Hausbier“. Belgien ist schließlich bekannt für die Baukunst. In der Region um Gent ist es auch möglich mit dem Handzeichen, das von Heavy-Metal-Fans als „Gruß“ bekannt ist, ein Duvel zu bestellen. Duvel heißt nämlich Teufel und der kleine Finger und der Zeigefinger können als Teufelshörner gesehen werden. Duvel ist nämlich das meist getrunkenen „spezielle“ Bier. Ich habe die Geste ehrlich gesagt noch nie ausprobiert, aber Kollegen meinten es würde funktionieren. Vielleicht komme ich ja noch dazu, in meinen letzten Wochen hier in Gent 😊.


Proost! 🍻
Lena